Die heimische Pflanzen-, und Tierwelt der Hannoverschen Moorgeest

Gesamtartenliste der Reptilien Stand 2010

Gesamtartenliste der Vögel Stand 2014

Gesamtartenliste der Libellen Stand 2014

Gesamtartenliste der Lurche Stand 2010

Die wichtigsten Farn- und Blütenpflanzen der Hannoverschen Moorgeest Stand 2010

 

31.07.12 : 11,4 Millionen für die Renaturierung der Hannoverschen Moorgeest

Die Europäische Union beteiligt sich mit rund 8,5 Mio. Euro aus ihrem Life+ Programm an diesem neuen Naturschutzprojekt im Norden Hannovers. “Damit können wir einen der am besten erhaltenen Hochmoorkomplexe in Niedersachsen und Deutschland entwickeln und sichern”, freut sich Umweltminister Stefan Birkner über den Förderbescheid aus Brüssel.

Die komplette Pressemeldung finden Sie hier:

Die Hannoversche Moorgeest – das ist eine sandige, gewellte Landschaft zwischen Hannover und Nienburg. Als es vor 12.000 Jahren wärmer und feuchter wurde, bildeten sich viele Tümpel und Seen. Sedimente setzten sich ab, abgestorbene Pflanzen wurden wegen der Sauerstoffarmut im Wasser nicht zersetzt. Erste Torfschichten bildeten sich. Das liegt etwa 7000 Jahre zurück. Resse liegt mittendrin. Das Dorf bestand im 17. Jahrhundert aus sechs Bauernhöfen. Das Helstorfer, Otternhagener und Schwarze Moor liegen nördlich und westlich des Ortes, das Bissendorfer östlich. Es ist mit 6,5 Quadratkilometern das älteste und hat die wertvollsten Hochmoorflächen Niedersachsens. 108 Moosarten haben die Forscher entdeckt. Seit 1971 steht es unter Naturschutz. Während das Innere nicht betreten werden darf, sind am Rande des Moores zwei Beobachtungstürme errichtet worden.

Das Otternhagener Moor ist mit 8,5 Quadratkilometern das größte im Quartett und etwa 3000 Jahre alt, das Schwarze Moor mit 1,4 Quadratkilometern dagegen das kleinste. Das Helstorfer Moor besteht schon seit 4000 Jahren. Dort leben zum Beispiel sieben Paare des seltenen Moorvogels Bekassine. Sie kann mit dem Schnabel Würmer im Moor finden. Auf insgesamt 30 Quadratkilometern Moorfläche sind 1400 seltene Tier- und Pflanzenarten zu Hause. Und wer hat schon einen Neuntöter gesehen? Er ist so groß wie ein Star, spiest Käfer auf Dornen auf und legt sich so ein Lager an. Im Moor kann er überleben. Und noch eins: Unter den 48 Libellenarten, die hier gefunden wurden, ist sogar die seltene Zwerglibelle.

Die Gefahr besteht, dass …

… das bis zu 7000 Jahre alte Moor langsam immer weiter entwässert wird. Dann sackt es ab, Luft zieht in die Poren, und Kleinstlebewesen zersetzen den Torf. Manche sagen: Na und? Dann ist es eben weg – verbrannt in Öfen oder zwischen Blumen im Garten verstreut. Vorsicht! Pro Jahr speichert ein Hektar intaktes Moor 1,2 bis 1,7 Tonnen Kohlendioxid (CO2). Wird der Torf aber zersetzt, wird das über Jahrtausende gespeicherte CO2 frei und trägt als Treibhausgas zum Klimawandel bei. Obwohl Moore weltweit nur drei Prozent der Fläche bedecken, binden sie rund ein Drittel aller Kohlenstoffvorräte.

… die 126 verschiedenen Biotoptypen und mehr als 1400 Tier- und Pflanzenarten der vier Moore sich nach Jahrtausenden ihres Daseins nicht mehr erfreuen können, weil ihnen das Wasser abgegraben wird.

… durch Baum- und Strauchbewuchs den typischen Moorpflanzen Licht und Wasser genommen wird. Da hilft nur das sogenannte Entkusseln – Ausreißen der jungen Bäume.

… nicht in Resse, aber sonst in der Welt immer weiter Torf abgebaut wird. Rund 1,8 Millionen Kubikmeter des Produkts für den Garten werden jedes Jahr nach Deutschland importiert. Der Torf kommt meist aus Osteuropa, wo große Moorflächen dafür industriell abgebaut werden. Die deutschen Torfflächen sind schon zu 95 Prozent zerstört.