Treten Sie ein!

Finden Sie mit Augen und Ohren oder dem Zeigefinger auf dem Berührungsbildschirm Ihren Weg durch die Moorerlebnisse im MOORiZ. Lassen Sie sich von plattdeutschen Erzählungen verblüffen oder vom Ruf des Pirols, des Kranichs, der Bekassine und Co. anlocken. Die 360° Sicht der Drohnenflugstation ermöglicht einen völlig neuen Eindruck von der schönen und freien Hochmoorfläche des Bissendorfer Moores zu bekommen. Machen Sie sich anschließend auf den Weg direkt ans Moor*. An manchen Stellen lässt sich neben den Wegen ein Stab locker zwei Meter tief in den Untergrund schieben, aber vertrauen Sie den GästeführerInnen, die Sie ganz sicher wieder zurück bringen. Doch zuerst übernehmen Sie bitte selbst die Rolle als Moorforscher und vertiefen Ihr Wissen an den einzelnen Stationen im MOORiZ.

* Die Moore sind Naturschutzgebiet und dürfen nicht betreten werden

Was ist zu sehen?

Orientierung

Lämpchen im dreidimensionalen Relief leuchten auf, wenn Sie auf einem Bildschirm den Finger aufs Menü und bestimmte Punkte der Umgebung legen. So werden Sie mit den Mooren der Moorgeest rund um Resse vertraut, wo Sie jetzt als Forscher unterwegs sind.

Moorentwicklung

Gehen Sie auf eine Zeitreise der Moorentwicklung. 7.000 Jahre sind die Moore alt. Bis fast sieben Meter reichen die tiefsten Moore hier. Vom 18. bis ins 20. Jahrhundert war Torf ein wichtiger Brennstoff, auch in dieser Region. Dafür musste das Moor vorher teilweise trocken gelegt werden. Einen industriellen Abbau gab es jedoch nie. Torfspaten und ein Joch, das man sich zum Tragen der Last auf die Schultern hängte, sind neben anderen Gerätschaften als Originale ausgestellt. Sehr lebensnah berichten fünf »Torfbauern« an einer Hörstation, wie sie die schwere Arbeit damals empfanden. Einer von ihnen spricht sogar Plattdeutsch.

Lebensraum

Schon das Panoramafoto lässt einen eintauchen in die Welt einer einmaligen Flora und Fauna. Lebensgroß sind Kranich, Pirol, Bekassine, Ziegenmelker und Co. als präparierte Modelle zu sehen. Wer auf die Tasten der Hörstation drückt, hört deutlich ihren Ruf. Später in der Natur wird man sich daran erinnern, denn die Vögel sind eher zu hören als zu sehen. Auch die Insekten- und Pflanzenwelt ist in ihrer breiten Vielfalt dokumentiert.

Naturschutz

Die Interessenvertreter von Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, den Verbänden und Anwohnern stehen lebensgroß aus Pappe vor einem. Ihre Kommentare sind hörbar lebensecht aufgezeichnet. Man muss nur einfach durchs Menü des Bildschirms klicken. So wird dem Moorfreund klar, wie verflochten die Ziele sind, wie gründlich hier gesellschaftlich argumentiert wird. Die vier umliegenden Moore genießen höchste Priorität im Moorschutzprogramm des Landes Niedersachsen. Ein detaillierter Pfl ege- und Entwicklungsplan sowie eine sozioökonomische Studie begleiten den Weg zu einem langfristigen Naturschutzprojekt. Aus dem Programm von LIFE+ der Europäischen Union hat das Land Niedersachsen Mittel beantragt.

Moor und Klima

Der forschende Besucher blickt durch Gucklöcher auf die Weltkarte der Moore. Er sieht sie von Russland, Kanada, Finnland über Alaska bis Polen. Sie zu erhalten, ist eine weltweite Anstrengung. Die Wunden heilen nicht von selbst; entscheidend ist der Wasserstand. Nur so kann sich das Moor mit seiner typischen Artenvielfalt wieder ausbreiten. Denn nur ein intaktes Moor nimmt CO2 auf und hilft damit, dem Klimawandel entgegenzuwirken.